Der März im Garten

 

"Im Märzen der Bauer ...“ heißt es nicht umsonst. Im März werden die meisten Pflanzen ausgesät. Am besten eignet sich dazu ein Frühbeet oder ein Gewächshaus. Möhren, Schwarzwurzeln, Radieschen sät man natürlich direkt im Freiland aus. In der Regel taut im März der Boden auf, so dass man ihn bearbeiten kann. Artischocken, Blumenkohl und Brokkoli, Petersilie, Bohnenkraut, Majoran, Tomaten, Paprika können im Gewächshaus vorgezogen werden. Letztere brauchen viel Wärme, wie auch Auberginen, 25° Bodentemperatur zum Keimen. Wenn Sie die in Ihrem Frühbeet oder Gewächshaus nicht erreichen, sollten Sie diese beiden Kulturen in Ihrer beheizten Wohnung vorziehen. Bis zur Keimung sollten die Aussaatgefäße z. B. auf einem Schrank o. ä. stehen. Sie brauchen noch kein Licht und je höher sie stehen, desto wärmer ist ihnen. Sobald die Sämlinge aus der Erde kommen, was je nach Einhaltung der Temperatur nach 2 bis 3 Wochen der Fall sein wird, sollten sie an einem hellen Platz gestellt werden. Sie brauchen ab dann nicht mehr ganz so viel Wärme: Tagsüber 20° und nachts 16°. Sie vertragen auch 10°, könnten also schon im März ins beheizbare Gewächshaus. Allerdings wachsen sie dann deutlich langsamer. Und da Paprika und Auberginen sehr lange brauchen bis zur Ernte, ist es besser, ihnen bereits im März und April beste Wachstumsbedingungen zu geben.
Das gleiche gilt für den Sellerie. Damit die langsam wachsenden Pflanzen bis zum Herbst stattliche Knollen bilden, werden sie Mitte März bei 20° Bodentemperatur gesät. Der sehr feine Samen wird nur angedrückt, Sellerie sind Lichtkeimer. Trotz des wenig erscheinenden Samens werden recht große Aussaatgefäße verwendet, in denen der Samen sehr dünn gesät wird.

Mit dem März ist der Gehölzschnitt abgeschlossen. Ausnahmen sind Kirschen und Pfirsiche. Überzählige Triebe können Sie bis zu den äußersten Blütenknospen abschneiden. Bei dieser vorsichtigen Schnittweise bleiben die Wunden klein, deshalb dürfen Sie darüber hinaus nichts mehr schneiden.

Der März ist der Frühjahrsmonat der Tag-und-Nacht-Gleiche. Das Vogelkonzert setzt jetzt voll ein. Wer seine Nistkästen noch nicht gereinigt hat, sollte dies spätestens Anfang März tun. In der Natur reinigt zwar auch niemand die Baumhöhlen, aber die Vögel bevorzugen trotzdem saubere Nistkästen. Sie fangen im März mit dem Nestbau und auch mit dem Eier legen an. Nachts hört man Katzenkonzerte, denn für sie ist die erste Paarungszeit im Jahr. Die Sonne gibt jetzt schon viel Energie, welche die Pflanzen gut nutzen können. Mitte bis Ende März sollte Kopfsalat gepflanzt und in ungünstigen Lagen mit Frostschutzhauben zugedeckt werden. Spätere Pflanzungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Schosserbildung.
Im Staudengarten können Sie jetzt an warmen Tagen das ganze abgestorbene Kraut entfernen, damit werden die Pflanzen zum neuen Austrieb angeregt. Und damit ihnen Spätfröste nichts mehr anhaben können, lässt man das alte Kraut am besten um sie herum liegen. Dann kann der Frost nicht so leicht in den Boden eindringen, außerdem wird der Boden vor der eventuell um diese Zeit erstmals auftretende intensive Sonnenstrahlung und Austrocknung geschützt. Ich lasse alle Samenstände auch von vertrockneten Wildkräutern den Winter über stehen, als natürliches Futter für die Vögel. Erst im März schneide ich alles ab.

Für die Zimmerpflanzen ist es jetzt der richtige Monat zum Umtopfen. Die dunkle Jahreszeit hat ihre Spuren hinterlassen. So wie die Pflanzen auf den ersten Blick erscheinen, sehen meistens auch die Wurzeln aus. Je mehr Blätter abgestorben sind, desto mehr trifft das auch auf die Wurzeln zu. In der Natur findet ein reger Austausch im Boden statt, da unterstützen Regenwürmer, Pilze und Bakterien die Verwertung der toten Wurzeln. Schadstoffe und Fäulnisprodukte werden vom Regen und den kleinen Lebewesen gleich abtransportiert.
Im Blumentopf bleibt dagegen all das drin, deshalb müssen wir den Pflanzen helfen. Wir nehmen den Ballen vorsichtig aus dem Topf heraus. Ist er fest und stabil und hat außen viele helle lebende Wurzeln, dann braucht die Pflanze einen größeren Topf. In diesem Fall sollten wir den Ballen so lassen wie er ist, denn jeder Eingriff schwächt die Pflanze.
Fällt der Ballen aber auseinander, dann sollten wir vorsichtig so viel Erde entfernen, bis wir an lebende Wurzeln kommen. Die Erde ist dann voller für die Pflanze giftiger Zersetzungsprodukte. Wurzeln die leicht und fast von allein abgehen, sollten mit entfernt werden, sie könnten sonst die ganze Pflanze vergiften. In der Regel brauchen solche Pflanzen keinen größeren Topf, sondern sollten erst einmal in der gewohnten Größe einen neuen Wurzelballen entwickeln. Neue Erde reicht in diesem Fall also. Bei der Gelegenheit können Sie die Pflanzen auch gleich überbrausen, um sie vom Winterstaub zu befreien. Die umgetopften Pflanzen sollen mindestens die ersten 4 Wochen danach
nicht gedüngt werden. Sie sollen in der neuen Erde erst einmal nach Nahrung suchen. Dabei bilden sie schneller neue Wurzeln.

Düngung ist überhaupt so ein Thema. Als Biogärtner nehme ich nur natürlichen Dünger. Und grundsätzlich düngt sich der Boden selbst, wenn man ihn lässt. Also wenn man ihn mit den passenden pflanzlichen Materialien bedeckt, die verrotten und dabei Nährstoffe freisetzen. Das kann alles mögliche sein, auf die Vielfalt kommt es an. Reiner Rindenmulch sieht zwar gut aus, düngt den Boden aber einseitig. Bei mir in der Brandenburger Steppe lasse ich alle unerwünschten Wildkräuter zwischen den Kulturpflanzen liegen. Dadurch bleibt ein großer Teil der Nährstoffe auf dem Beet. Schauen Sie einfach mal in Ihren Erinnerungen, welche Mengen Sie von den Beeten geerntet haben und welche Massen Sie dagegen an Unkraut heruntergeholt habt. Ich konnte das Gemüse eimerweise ernten, das Unkraut dagegen schubkarrenweise.
Mit dem Unkraut holt man eindeutig die meisten Nährstoffe aus dem Boden. Seitdem mir das klar ist, lasse ich das Unkraut auf den Beeten liegen. Ich weiß inzwischen aber auch, dass dies nur auf so trockenen Böden wie bei mir geht, da vertrocknen selbst die Quecken in der Sonne. Auf feuchten bis nassen Böden wachsen die Wildkräuter immer wieder an, wenn man sie liegen lässt.

Bei Zimmerpflanzen nun ist das etwas schwieriger mit der natürlichen Düngung. Da der Nährstoffvorrat auf den Topf begrenzt ist und der natürliche Nachschub aus der Umgebung fehlt, muss man teilweise nachdüngen. Das macht erst ab der 2. Märzhälfte Sinn, vorher fehlt das nötige Licht, um den Dünger zu verwerten. Ich habe gute Erfahrungen mit Brennnesseln gemacht. 3 bis 4 Strünke in eine 300-Liter Regentonne, das reicht für 3 Tonnenfüllungen aus. Nach der 3. Leerung der Regentonne, kommen neue Brennnesseln rein. Man könnte auch mehr rein geben, aber das stinkt fürchterlich und auch mit Brennnesseljauche kann man überdüngen. Ich kenne inzwischen auch Leute, die ihren Urin in die Regentonne geben und die herrliche Pflanzen haben. Die Menge ist so verdünnt, dass man nichts riecht. Und da Urin steril ist, gibt es auch keine hygienischen Probleme.
Bei der Düngung spielt die Art der Erde auch eine Rolle. Fast alle fertigen Blumenerden bestehen zum größten Teil aus Torf. Dieser enthält praktisch keine Nährstoffe. Man muss ständig nachdüngen. Anders ist es, wenn man selbst gezogene Erde aus dem eigenen Kompost verwendet. Da laufen die Zersetzungsprozesse im Topf weiter und die Pflanze wird über Monate kontinuierlich mit Nahrung versorgt.