Der Februar im Garten

 

Anfang Februar steht Imbolc, ein altes heidnisches Fest. Es wird am 1. bzw. 2. Februar gefeiert, bzw. nach altem heidnischem Kalender am 2. zunehmendem Halbmond nach der Wintersonnenwende. Interessant ist eine alte Bauernregel für diese Tage: „Wenn es an Imbolc stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es an Imbolc klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.“ Nach eigenen Beobachtungen trifft diese Wetterregel oft zu.

Der Februar ist der letzte klassische Wintermonat. Obwohl die Natur noch weitgehend ruht, hört man im ersten Vogelkonzert die Sehnsucht der Vögel nach dem Frühling. Die Feldlerchen kommen Ende Februar als erste Zugvögel aus dem Süden nach Hause. Die Waldkauze fangen mit dem Brutgeschäft an. Die Winterpause endet für den Gärtner. Spätestens jetzt werden die Gartengeräte gewartet. Für die meisten Gehölze sind milde Februarzeiten, in denen auch die Nächste frostfrei sind, die letzte Gelegenheit zum Beschneiden. Ab März würden sie anfangen zu bluten.

Deshalb in diesem Monat einiges zum Gehölzschnitt:

Fangen wir mit den Temperaturen an. Am häufigsten wird empfohlen, nicht unter –7° zu schneiden. Von einem Baumchirugen habe ich mal erfahren, dass sich dies ausschließlich auf den Arbeitsschutz bezieht. Und auch hier ist noch eine Toleranzschwelle von 3° berücksichtigt. Dies hat den Hintergrund, dass bei Temperaturen im zweistelligen Frostbereich sich das Holz anders zu verhalten beginnt. Vor allem bei großen Ästen können unvorhersehbare Risse auftreten. Die in Winterruhe befindlichen Bäume vertragen kleine Schnitte auch bei Frost recht gut. Ich habe selbst schon Bäume bei –5° geschnitten, wo es dann in der Nacht –10° gab, die Bäume haben das alle gut überstanden, selbst empfindliche Walnussbäume, die man in unseren Breiten normalerweise sicherheitshalber im August schneidet. Bei Kunden gehe ich aber trotzdem auf Sicherheit und schneide nur bei Temperaturen ab 0°.

Wie schon beim Walnussbaum erwähnt gibt es weitere empfohlene jahreszeitliche Einschränkungen, die z. T. ihre Berechtigung haben.

Immergrüne Gehölze sollen möglichst nur im August geschnitten werden. Dies ist nicht immer machbar, wenn ich nur mal an Hecken aus Lebensbaum denke, die wenigstens 2 Schnitte im Jahr brauchen. Aber vor allem plötzliche Fröste kurz nach der Schnittmaßnahme können zum braun werden der Koniferen führen. Auch Kirschlorbeer und Mahonie reagieren hier manchmal empfindlich.

Ganz wichtig auch die Regel, dass Steinobst grundsätzlich unmittelbar nach der Ernte geschnitten wird, also auf keinen Fall im Winter. Die Pflaumen und Kirschen, die ich im Winter schon geschnitten habe, vertrugen zwar alle diesen Schnitt. Aber vor allem die Pflaumen haben daraufhin für mehrere Jahre nur noch wenig oder gar keine Blüten gebildet. Tatsächlich werden die Blütenknospen mit Beginn des Fruchtfalls angelegt. Schneidet man diese Triebe dann im Winter ab, können die Bäume bis zum Frühling keine neuen Blütenknospen mehr ansetzen. Bei einem Schnitt unmittelbar nach der Ernte haben sie aber noch die Möglichkeit dazu.

Bei Kirschen und Aprikosen gehen die gärtnerischen Empfehlungen auseinander. Einige Gärtner schneiden diese Bäume sogar im März oder April, weil sie da am besten die stark geschwollenen Blütenknospen erkennen. Hier sollte man sich die Frage stellen, was man mit dem Schnitt erreichen möchte: Einen kleinen Niedrigstamm mit wenig Blütenknospen und einigen nach innen wachsenden blütenlosen Trieben sollte man tatsächlich im Frühling schneiden, wenn die Knospen noch nicht zu groß sind. Kurz vor dem Aufbrechen der Blüten steigt der Wasserbedarf der Bäume, und Schnittwunden können entweder bluten oder austrocknen. Beides ist für die Blütenentwicklung ungünstig und schädigt den Baum sogar. Deshalb schneide ich diese Bäume nur in Ausnahmen im Frühling. Große Kirschbäume, die stark ausgelichtet werden sollen, schneide ich deshalb nur nach der Ernte. Im Frühling wäre der Eingriff zu groß und die Bäume müssen im Jahr nach dem Schnitt ja erst mal keinen großen Ertrag bringen. Sie müssen vielmehr erst mal den Eingriff der Schnittmaßnahme kompensieren.