Der Dezember im Garten

 

Das Gartenjahr geht zu Ende. Oft hat der Dezember noch milde Tage, an denen Sie Gehölze pflanzen und beschneiden können. Das trifft für die meisten Bäume und Sträucher zu, die keinen besonderen Winterschutz brauchen. Rosen, Aprikosen und immergrüne Gehölze sollten aber im Dezember nicht mehr gepflanzt werden, wenn nicht unbedingt notwendig. Auf einer meiner früheren Arbeitsstellen mussten wir manchmal durch Bauarbeiten bedingt, mitten im Winter oder mitten im Hochsommer Sträucher und Hecken umsetzen. Das ist sehr hart für die Pflanzen, wir hatten dabei aber alle durch bekommen. Wenn es geht, sollte man Pflanzarbeiten dieser empfindlichen Gehölze aber auf den Herbst beschränken und Schnittarbeiten an Immergrünen auf den August. Mit den letzten Pflanzungen und Schnittarbeiten ist es vorbei, sobald der Frost kommt.
Kommen noch milde Witterungsabschnitte mit frostfreien Nächten, dann schneide ich meine Apfelbäume. Für Steinobst war der richtige Schnittzeitpunkt unmittelbar nach der Ernte. Das heißt, wir lassen sie in den Wintermonaten in Ruhe.

Der Dezember ist gut für die Planung des kommenden neuen Gartenjahres. Ich nutze ihn auch für die Überholung meiner Geräte und zum Abfüllen der getrockneten Kräuter. Und ab Dezember pflege ich viele meiner Kontakte, die in den letzten Monaten zu kurz gekommen waren.

Wenn der allgemeine vorweihnachtliche Stress einsetzt, zeigt mir die besonders stille Natur, wie ich zur Ruhe kommen kann. Die Tage und Nächte zwischen Mitte Dezember und dem 2. Weihnachtsfeiertag empfinde ich als eine besondere Zeit. Es gibt da eine astronomische Besonderheit, die kaum jemand weiß: Der kürzeste Tag ist zwar am 21.12., nicht aber der früheste Sonnenuntergang und der späteste Sonnenaufgang!
Im Jahr 2010 ging die Sonne am 13.12. in Berlin um 15:55 unter. Ab dem Tag blieb es abends wieder länger hell, zunächst täglich nur einige Sekunden, so dass wir es nicht bemerkten. Aber bis Weihnachten summiert sich diese Zeit, so dass wir ab dem 2. Weihnachtsfeiertag merken: Es ist abends wieder länger hell. Der späteste Sonnenaufgang war 2010 am 30.12. in Berlin um 8:20. Wir haben dies daran gemerkt, dass es bis Anfang Januar morgens nur sehr schwer hell wurde. Oft wundern wir uns darüber, da doch dann die längste Nacht schon lange hinter uns liegt.
Diese Tage und Nächte um die Wintersonnenwende, 2010 waren es insgesamt 17, das sind für mich meine persönlichen rauhen Nächte. Ich weiß, dass die wirklichen rauhen Nächte etwas anderes sind, einen anderen Hintergrund haben. Aber diese Zeit des Übergangs, in dem die Nächte die Oberhand haben, die fasziniert mich immer wieder. Die Natur ist absolut still in dieser Zeit, Stürme sind eine seltene Ausnahme. Kaum ein Vogel singt, alles scheint den Atem anzuhalten und zu warten auf das was mit dem neuen Jahr kommt. Die Erde lässt die letzte Restwärme des Herbstes los, so dass es nach diesen Nächten fast immer kälter wird.
Diese Zeit ist für mich die dankbare Verabschiedung des alten und die hoffnungsvolle Erwartung des kommenden Jahres.