Der August im Garten

 

Auch wenn es im August oft noch sehr heiß ist, ist doch der Höhepunkt der sommerlichen Hitze meist schon vorbei, zumindest was die Lufttemperaturen betrifft. Boden und Wasser dagegen erwärmen sich langsamer, also verzögert. Daher sind beide im August am wärmsten. Der Boden ist ab der 2. Augusthälfte wärmer als die Luft. Die Wasserverdunstung aus der Erde erreicht ihren Höhepunkt. Der Verdunstungssog bewirkt für einige Wochen einen Aufstieg des Wassers. Wenn man reichlich mit Leitungswasser z. B. über einen Regner wässert, kehrt man die Wasserbewegung wieder um. Das Leitungswasser ist etwa 10° warm, kühlt also den Boden sofort wieder ab. Deshalb wachsen die Pflanzen nach einem warmen Regen schneller als nach einer ausgiebigen künstlichen Beregnung. Anders ist es nun aber, wenn man entweder wenig bewässern muss, weil der Garten ohnehin an einem feuchten Ort liegt, bzw. wenn man sparsam mit angewärmtem Wasser wie z. B. aus der Regentonne gießt. Dieses Wasser wird aufgrund der hohen Bodentemperatur lange in der obersten Schicht bleiben, bzw. wenn es tiefer eingedrungen ist, wird es recht schnell wieder aufsteigen. Dabei nimmt es Nährsalze von vorangegangener natürlicher und künstlicher Düngung mit nach oben. Deshalb sollte man im August vorsichtig mit der Düngung sein und bei ausreichender Versorgung die Düngung bereits einstellen. Wie gesagt ist das bei Beregnung mit Leitungswasser etwas anders, dabei werden ja Nährsalze nach unten ausgewaschen. Bei naturnahem Gärtnern düngt sich jedoch ab August der Boden selbst, gleichzeitig reinigt er sich von Überdüngungen der letzten Monate. Hinzu kommt, dass Erntezeit ist und Düngesalze, die man jetzt gibt, sofort in die Früchte gehen. Fazit: Im August langsam die Düngung einstellen, um eine Versalzung des Bodens zu vermeiden. Das Eingraben von Mist im Herbst ist etwas anderes, der wird ja sehr langsam und erst richtig im Frühjahr in pflanzenverfügbare Nährstoffe umgewandelt.
Anders ist es mit Topf- und Kübelpflanzen. Sie haben nur einen begrenzten Nährstoffvorrat und werden durchaus noch bis in den September gedüngt.

Der Stand der Mittagssonne geht im August je nach Region von 55 auf 43° zurück. Wer sein Gewächshaus schattiert hat, sollte den Schatten je nach Temperatur spätestens Mitte August herunter holen. Die Sonne wirkt zunehmend von der Seite statt von oben und Schatten hemmt ab jetzt die Pflanzenentwicklung und vor allem die Reife z. B. von Tomaten.
Spätestens in der 2. Augusthälfte sinken die Nachttemperaturen auf 10 bis 13° ab. Die Nächte werden Ende August 10 bis 11 Stunden lang und es bildet sich immer mehr Tau, der wiederum die Wasserverdunstung bremst. Deshalb haben wir den Verdunstungssog immer nur einige Wochen und nur in Schüben, wenn es entsprechend trocken ist. Bei starkem Regen versickert das Wasser, bei schwachem Regen und Tau bleibt es im Boden stehen und mit ihm die Nährsalze. Je weniger man jetzt düngt, desto lagerfähiger wird später auch das Gemüse, auch wenn es dadurch etwas langsamer wächst. Die immer kühler werdenden Nächte Ende August sorgen jetzt dafür, dass wir nicht mehr so oft gießen müssen, denn das Wasser bleibt schon wieder länger im Boden.

August ist der Monat, in dem Hecken und Kirschbäume geschnitten werden können. Immergrüne Gehölze sollen ausschließlich im August geschnitten werden. Bei Sauerkirschen werden vor allem die langen blütenlosen Triebe bis an die ersten Blütenknospen heran geschnitten. Walnussbäume kann man noch Anfang August schneiden. Viele schneiden Walnussbäume erst nach der Ernte, was sie meist auch vertragen. Es besteht aber trotzdem das Risiko, dass die Schnittwunden dann bis zum Frost nicht richtig verheilen, weshalb diese Bäume im Juli und August geschnitten werden sollen, sofern das überhaupt nötig ist.

Die ersten Zugvögel verlassen uns im August. Die Mauersegler ziehen schon in den ersten Augusttagen nach Süden, Nachtigall, Sprosser und Schwirle folgen, Mitte August ziehen die erwachsenen Kuckucke weg, ihre Jungen folgen Ende August zusammen mit den Störchen.

Wir genießen diese letzten Wochen des Sommers.